
"E-Mails maakt de groote Welt lüerlütt" lese ich da gerade in meiner Tageszeitung. Wir, die etwas Älteren hier in Norddeutschland, sind ja oft zweisprachig aufgewachsen, so dass uns dieser Plattdeutsche Artikel sofort verständlich ist. Aber sicher werden auch andere Leser schnell entdecken, dass "E-Mails die große Welt klitzeklein" machen. Haben wir doch nun fast alle begriffen, wie schnell und einfach man z.B. mit entfernten Bekannten oder Verwandten kommunizieren kann. Gerade jetzt werden sicher viele Urlaubsbilder "gemailt".
Vor ein paar Tagen las ich allerdings, dass das Ende der E-Mail gekommen sei und auch Weblogs, so etwas wie die Symbole des Web 2.0, schon nicht mehr aktuell seien. Wer auf dem Laufenden ist "streamt", mit meinen Worten: "Er ist fortlaufend online". Meine plattdeutschen Freunde werden sicher sagen "Watt schall datt denn nun wedder? Den ganzen Dag de Nees vörn Bildschirm? Nee?" Kurz: Den ganzen Tag am Computer? Nein!
Im ersten Anlauf habe ich diesen Trend auch als etwas übertrieben dargestellt angesehen. Nach dem Beobachten des eigenen Handeln bin ich dann doch etwas nachdenklich geworden. Hier zwei Beispiele:
- Was sich in meinem Twitter-Account tut, habe ich laufend im Blick - Thwirl, Seesmic oder TweetDeck sei Dank. Noch einfacher ist es mit SimplyTweet auf meinem iPhone, denn von dort werde ich bei Replys und Direct Messages per Signalton informiert, wie ich es bei eingehenden SMS kenne. Also streame ich doch schon, oder?
- Wo sich meine Kinder und Enkel gerade jetzt in der Urlaubszeit befinden interessiert mich schon. Mit Google Latitude könnten wir diese Informationen leicht austauschen, wenn wir öfter einmal online wären ;=). Also sollten wir wohl doch alle streamen, oder?
Dieses "Immer online" wird besonders durch die neuen Smartphones unterstützt, die ja eine Kombination aus Handy und Computer sind. Das iPhone hat mir das so richtig klar gemacht. Falls es denn einmal mit der Technik klappt, kann ich auch beruhigt am Samstag in die Ferne schweifen, denn meine Sportreportage kann ich als "Streamer" jederzeit ansehen.
Zusätzlich dreht sich das Rad der Technik weiter: Im Jahr 2014 sollen wir alle einen Internetanschluss mit 50 MB/s nutzen können, wo heute mancher noch froh über 6 MB/s wäre. Da werden uns dann sicher auch weitere Möglichkeiten zum Streamen serviert werden und für uns Plattdeutsche "ward de Welt noch lütter warn", denkt
HoSi
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